Uganda – Land der Gegensätze oder what a day!

Ihr Lieben,

heute stand ich an einer Anlage bei City-Tyres in Kampala. Dort wurde die Spur unseres Autos neu eingestellt, weil wir 4 neue Stossdämpfer bekommen haben.

Aber der Reihe nach. Am Freitag machte unser Auto furchtbare Geräusche beim Fahren. Wir dachten zunächst es hätte mit der abgebrochenen Halterung des Stabilisators zu tun. Also liessen wir es hier reparieren. Schrauben konnte man es nicht, da eine abgebrochene Schraube der Grund war. Blitzschnell lag ein Schweisser unter unserem Auto im roten Sand neben der Strasse wo sonst das Regenwasser abläuft und schweisste die Halterung an.

Das Geräusch blieb und wir vermuteten den vorderen rechten Stossdämpfer, denn beim letzten Bremsbelagwechsel zeigte mir der Mechaniker, dass in Kürze alle 4 getauscht werden müssen. Die Kosten liegen aber bei 1.000.000USH und er meinte es würde schon eine Weile halten. Dabei ging er von den Strassenverhältnissen Kampalas aus und nicht von der rauhen Strasse hier.

Alles was ich feststellen konnte, war, dass der Dämpfer ohne Funktion war. Da das niemand hier reparieren konnte, mussten wir nach Kampala. Mit einen defekten Stossdämpfer? Schnell gegoogelt …   Oh weh, das ist gefährlich aber wir haben keine Alternative. Ich redete lange mit Gott darüber und er schenkte mir einen tiefen Frieden ins Herz, das er mit uns ist und wir fahren können. Also noch kurz zur Bank und das letzte Geld abheben. Durch den Bau waren wir bereits fast am Limit. Daher auch der Baustopp.

Wir haben 3 Freunde aus Süddeutschland, die von Bweyale nach Mukono wollten mitgenommen und sind in einer sehr guten Zeit durchgekommen, obwohl ich mich nicht traute mehr als 80km/h zu fahren. Unterwegs erhielten wir die Nachricht, das wir eine Sonderspende bekommen, die die Reparatur abdeckt! Gott sei Dank!

Wir haben dann bei unserem Schwiegersohn übernachtet und sind am Sonntag zu City Tyres. Als sie dort das vordere rechte Rad abnahmen, stockt mir der Atem. Der Dämpfer hing in 2 Teilen am Auto. Die Stange steckte in der oberen Abdeckung (10cm) und hatte die Funktion eines Glockenklöppels. Ein stärkerer Hub hätte ausgereicht und das Federbein wäre blockiert gewesen. Die Folgen sind nicht auszudenken. Gott sei Dank!

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Nun stand ich da also und schaute auf unser 21 Jahre altes Auto und das computergesteuerte Spureinstellungssgerät. Dort wo wir hinfahren, wissen die meisten Menschen nicht, wie man Computer schreibt. Dann geht eine Frau mit Hut und Hot Pants vorbei. Es fehlt eigentlich nur noch der kleine Hund auf dem Arm und du hättest denken können, in Berlin auf dem Ku’damm zu sein, Ich denke unwillkürlich an die Kinder im Dorf mit zerrissenen ockerfarbenen Kleidungsstücken( ohne eigenes Bett, selten genug zu essen, keine Schule, keine medizinische Versorgung) und ein paar Tränen rollen.

Welche Gegensätze!

Dann machen wir uns auf den Rückweg. Oh eine Mail! Wir bekommen ein zusätzliches Darlehen und können Ot Pa Wora weiter bauen. Das Darlehen ist zu dem “gut biblisch” zinslos! Baustopp aufgehoben! Gott sei Dank! Es dauert eine Weile, bis wir uns beruhigt haben. Ich las die Mail zuerst und Petra dachte, es sei jemand gestorben, als das Weinen mich schüttelte, dann weinte sie auch.

Unterwegs dann das Sahnehäubchen. Polizeikontrolle. Ich achte eigentlich sehr auf meine Geschwindigkeit, doch am Ende dieses Ortes wähnte ich mich bereits ausserhalb. Ein Fehler, wie ich an dem triumphierenden Blick des Officers auf seine Radarpistole merkte. 72 statt 50km/h. Das macht 200.000,-USH wie er mir zeigte. Petra betete neben mir und irgendwie kamen wir dann auf das was wir tun und wo wir leben. Dann holte er einen Kollegen dazu und fragte ob er ausnahmsweise großzügig sein dürfe. Wir fuhren ohne Strafe und vor allem auch ohne eine Bettelei nach Schmiergeld einfach so weiter. Gott sei Dank!

Was für ein Tag!

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